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  • Slide 1Junger Mann mit Mütze sieht zur Seite

    FSJ oder BFD bei der AWOErfahrungen fürs Leben

    „Jeden Tag Neues zu lernen, das fühlt sich gut an und bringt etwas für mein Leben, für mich. Ich würde das FSJ jederzeit wieder machen."

„Jeden Tag Neues lernen“

Du interessierst Dich für ein FSJ oder den BFD, bist aber noch nicht ganz sicher? Dann ist es immer hilfreich, mit Menschen zu sprechen, die diese Entscheidung schon getroffen haben. Wir haben einen Ehemaligen befragt. Mirijan Milos hat uns im Interview erzählt, warum sein FSJ beim Eltern-Kind-Zentrum in Stuttgart ein erster Schritt in die richtige Richtung war.

Was sind Deine Aufgaben im EKiZ?

Ich bin bei Angeboten mit Babys, Kleinkindern, beim Mittagstisch, der Hausaufgabenbetreuung und im Büro. Dieses breite Spektrum macht den Reiz aus. So habe ich die Möglichkeit auszuloten, was mir besonders liegt.

Und Deine schönsten Erlebnisse?

Als die Kinder anfingen, nach mir zu fragen. Dieses Feedback ist unbezahlbar – das Sahnehäubchen. Erst war es für mich als einziger Mann schwierig, den Kontakt zu den Müttern mit ihren Kindern aufzubauen. Aber bald war Vertrauen da, die Basis für eine Zusammenarbeit. Der familiäre Charakter, das Miteinander, gefällt mir. Das Lernen läuft locker ab, ohne Zwang – Jung und Alt ergänzen sich so gut. Von Anfang an wurde mir viel zugetraut, durfte ich Verantwortung übernehmen. Immer steht mir Fachpersonal zur Seite. Dass ich mich richtig entschieden habe, wusste ich, als ich mal den Nikolaus spielen musste. Ein Kind rief „das ist doch der Mirijan“! Ich musste lachen, diese leuchtenden Kinderaugen, es war ein sehr emotionaler Moment.

Wie bist Du zum FSJ gekommen?

Meine Eltern kommen aus Serbien, sind Donauschwaben, Flüchtlinge. Ich bin hier geboren, fühle mich als Deutscher. Als ich einige Monate in Serbien Menschen half, wurde ich mit dem „sozialen Virus“ infiziert. Zurück in Deutschland wollte ich einen Beruf im sozialen Bereich. Für mich ist das FSJ der erste und sehr wichtige Schritt in die richtige Richtung. Meine Familie ist offen, die Werte, die mir vermittelt wurden, finde ich in dieser Tätigkeit. Sich berühren zu lassen von anderen Menschen, mit ihnen in Kontakt zu sein, das bringt mir so viel. Das FSJ ist keine Überbrückung, sondern die Zugangsvoraussetzung für eine Fachschule für Sozialpädagogik, die ich besuchen werde. Ich will Jugend- und Heimerzieher werden.

Wie erlebst Du die interkulturelle Vielfalt?

Bei der Schülerbetreuung und den Nachhilfeangeboten ist der interkulturelle Austausch sehr spannend. Wir haben Migrantenkinder, aus Herkunftsländern wie Türkei, Pakistan, Kroatien, Serbien oder Italien, deren Mütter teilweise kein Deutsch sprechen. Der interkulturelle Reiz der Verständigung und des Austausches über Werte oder Gedanken ist sehr hoch für mich. Die Kinder lernen in der Gruppe soziale Verhaltensweisen und die deutsche Sprache wird gefördert. Am Anfang war ich etwas überfordert, mittlerweile bin ich von dem interkulturellen Miteinander fasziniert.

Wie sind die Begleitseminare?

Die FSJ-Seminare sind wichtig. Es bereichert, sich mit anderen Freiwilligen auszutauschen. Wir lernen viel voneinander. In meiner Seminargruppe gab es schnell eine Gemeinschaft. Wo findet man das heute noch, dass jeder für den anderen da ist? Das ist ein Geschenk. Zunächst hatte ich Bedenken bei so vielen unterschiedlichen Menschen. Aber nach zwei Tagen fühlte es sich an, als ob wir uns schon zehn Jahre kennen würden. Ich habe gelernt mich zu öffnen, auf andere einzulassen. Die Übungen und Spiele halfen, dass ein Gruppengefühl entstand. Besonders gefällt mir, dass man einen Teil der Seminare selber auswählen kann. Ich bin schon neugierig auf meine Kurse Improtheater und LandArt.

Ein Abschlusswort zu Deinem FSJ?

Jeden Tag Neues zu lernen, das fühlt sich gut an und bringt etwas für mein Leben, für mich. Ich würde das FSJ jederzeit wieder machen.

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